Nun sind schon knapp vier Monate vergangen, die wir mit Kontaktbeschränkungen, weiteren Einschnitten und großen Veränderungen unseres Alltags und Lebens meistern mussten…
Vieles hat sich von heute auf morgen in unserem Leben verändert und wird uns wohl noch eine ganze Weile begleiten.
Es ist für uns alle sicherlich nach wie vor schwierig mit dieser Situation und den täglichen neu hinzukommenden negativen Nachrichten umzugehen, auch wenn sich langsam der normale Alltag wieder einzupendeln scheint.
Trotzdem gehen viele Überlegungen durch den Kopf: Kann man sich wieder ganz unbeschwert mit seinen Freunden treffen? Was wird aus der Schulausbildung der Kinder? Wie geht es mit dem eigenen Business weiter? Behält man seinen Arbeitsplatz? Wie wird unser Alltag in Zukunft aussehen?
Bist Du vielleicht in der Situation, dass Du mit Deiner Familie zuhause bist und nach wie vor Arbeit, Kinderbetreuung und auch noch Zeit für Dich unter einen Hut bringen musst?
Oder warst Du seit Wochen komplett alleine in Deiner Wohnung und hast Deine Freunde, Familie oder Kollegen lange nicht mehr persönlich getroffen?
Besonders in dieser herausfordernden Zeit habe ich in vielen Gesprächen wieder einmal festgestellt, dass es doch letztendlich in aller erster Linie immer zu erst auf uns selbst ankommt.
Jedes Mal, wenn mich wieder einmal dabei ertappe, wie negative Gedanken mich zu bestimmen versuchen und wie ich dann ganz schnell auf dem Weg bin die Schuld für meine schlechte Laune und den Problemen in dieser Welt allen anderen zu geben, nur nicht mir selbst, dann stelle ich mir die folgende Frage: Wie gehe ich mit dieser Situation um und wie will ich eigentlich mit dieser Situation umgehen?
In diesem Moment versuche ich durch diese kleine Frage ganz bewusst eine kleine Unterbrechung zwischen meinen Gedanken und meinem Gefühl zu legen.
Denn nicht das auslösende Ereignis sondern die eigene Sicht auf die Dinge prägen unsere Reaktion. Ein Gedanke beeinflusst ein Gefühl und ein Gefühl wiederum beeinflusst unser Handeln und Verhalten.
Vielleicht hast Du schon einmal diesen Satz von Victor Frankl einem bekannten österr. Neurologen gehört?
"Zwischen Reiz und Reaktion gibt es einen Raum.
In diesem Raum liegt unsere Möglichkeit, unsere Reaktion zu wählen.
In unserer Reaktion liegen unser Wachstum und unsere Freiheit."
(Victor Frankl)
Hast Du Dich schon einmal selbst beobachtet, wie häufig Du Dich gerade momentan von negativen Gedanken leiten oder beeinflussen lässt?
Freiheit beginnt immer in unseren Gedanken !
Die Emotionsforscherin Barbara Fredrickson hat herausgefunden, dass es für geistiges und mentales Wachstum und vor allem Gesundheit im Leben positive Gefühle benötigt.
Rund 70.000 Gedanken denken wir Menschen im Schnitt pro Tag und eigentlich schalten wir die meiste Zeit dabei auf Autopilot. Schon mit welchem Gefühl und mit welchem Gedanken wir morgens aufwachen entscheidet häufig über unsern Tag.
In ihren Forschungen konnte Barbara Fredrickson nachweisen, dass wir bei einem täglichen Verhältnis von 3 zu 1 (3 positive Gefühle zu 1 negativem Gefühl) weiter wachsen können und gesünderleben.
Positive Gefühle lassen uns nicht nur wachsen, sondern erweitern unsere Wahrnehmung, öffnen neue Sichtweisen und erwecken unsere Kreativität.
Man kann sich das ganze vorstellen wie eine Blume, die sich bei Sonne (positive Gedanken) öffnet, sich immer weiter der Sonne zuwendet, sich streckt und noch weiter wächst, bis eine Wolke kommt und die Blume zeitweise mit Schatten überzieht(negative Gedanken), dann schließt sich die Blume wieder.
Der Ursprung unserer Gefühle liegt in unseren Gedanken.
Mach Dir bewusst, dass Du Deine Gedanken beeinflussen kannst und somit auch Deine Gefühle.
Deshalb ist es gerade in Stressituationen oder Situationen der Unsicherheit umso wichtiger sich auf die kleinen schönen Momente und vor allem die positiven Gedanken zu konzentrieren, denn so stärken wir unser Denken und unsere Abwehrkräfte.
Versuche Dich immer wieder selbst zu fragen, was Dich heute glücklich gemacht hat?
Es gibt eine Übung aus de Positiven Psychologie, die „4 gute Dinge“ heißt. Man reflektiert jeden Abend kurz über die Erlebnisse des Tages und stellt sich folgende Fragen:
- Was hat mir heute Freude bereitet?
- Wo habe ich mich heute lebendig gefühlt?
- Wofür und wem kann ich heute dankbar sein?
- Welche Stärken konnte ich heute ausleben?
Mit diesen Fragen kannst Du Dich ganz bewusst mit den positiven Erlebnissen, Gedanken und Gefühle Deines Tages auseinandersetzen.
Wir sind schließlich das Produkt unserer Gedanken, wie schon Mahatma Ghandi erkannte.
"Es ist nicht die Resignation,
doch nichts lässt Dich so viel Energie verlieren,
wie die Diskussionen und der Kampf gegen eine Situation,
die du nicht ändern kannst."
(Dalai Lama)
Hast Du schonmal die Minuten gezählt, währenddessen Du Dich aufregst über Dinge, die Du eh nicht ändern kannst?
Ich ertappe mich immer wieder dabei, wie ich mich über politische Entscheidungen, die jetzige Situation aufrege und danach meistens noch schlechter gelaunt bin als zuvor. Ich ärgere mich dann über mich selbst, dass ich soviel meiner Energie verschwende für Dinge, die ich persönlich in diesem Moment nicht beeinflussen kann.
Jedoch versuche ich mich dann wieder darauf zu besinnen, dass ich selbst verantwortlich bin für meine Gefühle, dass ich selbst meine Unzufriedenheit ändern kann und dass ich auch durch Gespräche mit Freunden auch oft Ihnen helfen kann, sich der Eigenverantwortung für unsere Stimmung bewusst zu machen.
Wenn jeder von uns nur ein bisschen daran arbeitet, sich selbst positiver zu stimmten, dann könnte vieles in unserer Gesellschaft besser funktionieren, vor allem das Miteinander.
In noch nicht da gewesenen Situationen kann es hilfreich sein, wenn man versucht, erst einmal die Situation zu akzeptieren, wie sie ist, kurz durch zu atmen um dann mit einem klareren Blick die Möglichkeiten zu betrachten, die sich einem bieten.
Auch wenn dieses Jahr für die meisten wohl alles andere als positiv zu sein scheint, möchte ich Dich ermutigen doch genau an diesem Punkt an zu setzen und auch die Chancen in diesem Jahr zu sehen.
Denn kein Jahr, wie das Jahr 2020, hat uns bis jetzt folgendes klar gemacht:
- Wie zerbrechlich unsere heutige Welt eigentlich ist
- Wie schnell doch eine, vom Konsum und dem Kapitalismus regierte Welt, still stehen kann.
- dass sich Dinge eigentlich doch schnell verändern lassen.
- Was die wirklich wichtigen Dinge im Leben sind.
- Wie wertvoll eine einzige Umarmung für uns sein kann, ein einziges Lächeln einer geliebten Person.
- dass ein Wandel im Denken und Handeln (zumindest für kurze Zeit) einer kompletten Gesellschaft machbar ist.
Eventuell ein Weckruf, um über unser Verhalten zu reflektieren?
Also lasst uns doch genau jetzt unsere eigene Freiheit gestalten und zwar beginnend in unseren Köpfen: unsere eigenen Einstellung hinterfragen und mit unseren Gedanken und Handlungen Positives auf dieser Welt bewegen!
Hast Du mal darüber nachgedacht? Wie siehst Du das?
Ich freue mich auf Dein Feedback!
Herzliche Grüße, Deine Ann-Kathrin