Der Wecker klingelt … schnell Frühstück machen…dann ins Home Office…ein schnelles Mittagessen…nebenbei die Waschmaschine befüllen…die Kinder versorgen und beim HomeSchooling helfen…mit der Firma telefonieren…wieder das nächste Homeoffice-Meeting…Hausarbeit…Endlich Abend… puh…
Kennst Du das auch, Dein Tag ist vollgestopft und Du kommst kaum zum Durchatmen?
Keine einzige Minute für Dich? Dann auch noch der tägliche digitale Overload an Negativnachrichten, Laptop, Handy und TV von morgens bis abends, was zusätzlich Hochleistungsarbeit für unser Gehirn bedeutet. Und das ist einer Zeit, wo alle positiven Ablenkungen, wie Sportverein, Kultur, Freunde treffen, im Café sitzen komplett fehlen…
Nun ist da noch diese blöde Angst und die ständigen Sorgen, die nicht mehr los lassen…. Ängste und Sorgen über die Zukunft, den Job, die Familie und und und…
Du willst am Liebsten nur noch raus? Einfach weg? Zeit für Dich? Zeit zum Durchatmen?…nur Abhauen ist ja schließlich auch keine Lösung, also was tun?
Ich möchte Dir heute ein paar effektive Impulse und Tipps an die Hand geben, die Dir helfen können besser, resilienter und gestärkter durch diese schwierige Zeit zu gehen und Dich ganz bewusst um Deine Ängste und Sorgen zu kümmern.
1. Kannst Du das wirklich beeinflussen ?
Kannst Du das, was Dir Sorgen oder Kopfzerbrechen bereitet, heute sofort aktiv beeinflussen und ändern?
Überlege an dieser Stelle, was es Dir wirklich bringt, Dir über diese Situation Sorgen zu machen, Dich aufzuregen oder Dir Angst machen zu lassen.
Kannst Du etwas ändern an dieser Situation, die Dir Sorgen macht? Wenn Deine Antwort „Nein“ ist, dann lass los und mach Dir bewusst, dass wir viele Dinge um uns herum einfach nicht beeinflussen können. Also was bringt es Dir in diesem Moment Dich darüber aufzuregen und Deine Lebenszeit mit diesen Gedanken zu belasten?
Distanziere Dich von diesem Thema, denn alles andere bringt Dich nur noch weiter in den Gedanken-Sorgen-Ängste-Sog. Das bedeutet nicht die Augen zu verschließen vor seinen Ängsten und Sorgen, sondern sich bewusst zu machen, dass man oft aktiv nichts verändern kann und die Ängste uns für andere Dinge blockieren.
Wenn ich hier z.B. an die aktuellen Entscheidungen der Politik denke und mich mal wieder dabei ertappe, wie ich innerlich anfange zu brodeln und Sorgen sich breit machen, dann erinnere ich mich an den Gedanken, dass ich diese Situation jetzt nicht so schnell aktiv beeinflussen kann und schon bin ich etwas entspannter.
2. Wie gehe ich damit um ?
Dies ist ein Ansatz aus der Positiven Psychologie und er geht davon aus, dass wir an jedem Hindernis, jedem schmerzhaften Ereignis, an jeder schwierigen Situation und an jeder Hürde wachsen können.
Wichtig hierbei ist, dass man es schafft das Ereignis, die Sorge, die Ängste aus verschiedenen Blickwinken zu durchleuchten und als Chance für Wachstum zu erkennen.
Wenn die Angst oder Sorgen Dich nicht loslassen und das eigene Denken immer wieder negativ beeinflussen, dann kann es helfen, wenn man versucht die Ursache der Angst bzw. Sorge aus verschiedenen Blickwinkeln zu hinterfragen.
Dieser Schritt ist oft einer der schwierigsten, denn einen Rückschlag, eine Sorge oder Angst in erster Linie als Chance zu sehen, dazu gehört oft ein bisschen Zeit, viel Reflexion und die Bereitschaft umzudenken.
Versuch es einfach mal und stelle Dir diese recht provokativen Fragen:
- Wie kann ich an dieser Sorge/Angst/Situation wachsen?
- Was kann ich aus dieser Situation lernen?
- Warum ist es genau jetzt richtig, dass mir dies passiert?
Sich diese Fragen zu stellen und ehrlich zu beantworten bietet die Chance resilienter, offener und gestärkter aus dieser Situation heraus zu gehen.
Für mich sind diese Fragen ein absoluter Game Changer, wenn ich vor schwierigen Aufgaben stehe, eine schwere Situation erlebt habe oder einfach Angst vor einer bestimmten Sache habe. Diese Fragen bringen mich dann ziemlich schnell wieder zur Ruhe und Balance zurück, denn ich weiß mittlerweile, dass irgendwie alles im Leben seinen Sinn hat und ich auf mich und meinen Weg vertrauen kann.

3. Gönn Dir 5 Minuten - TRÄUMEN
Die Sorgen und Ängste wollen nicht von Deiner Seite weichen? Eine kleine gedankliche Auszeit würde Dir gut tun?
Probier es gleich mal aus und stell Deinen Timer – es sind nur 5 Minuten.
Schließe die Augen und träume Dich gedanklich an einen wunderschönen Ort.
Vielleicht ein Wunschort oder Dein letzter Urlaubsort, ein einsamer Strand, auf einer Blumenwiese mitten in der Sonne … egal was Dir gerade in den Sinn kommt, versuche Dich voll und ganz auf deine Gedanken einzulassen.
Wo bist Du?
Wie fühlst Du dich dabei?
Was spürst Du?
Was kannst Du riechen?
Wer ist noch dabei? Und und und….
Die durch Deinen positiven Traum freigesetzten Glückshormone werden automatisch bewirken, dass Du Dich danach entspannter, wohler und zufriedener fühlst.
Also wann auch immer Du wieder ein Gefühl der Unruhe, Angst oder Stress verspürst, dann schließe die Augen und beame Dich gedanklich mal schnell an „Deinen persönlichen Entspannungsort“.
Du wirst sehen, es hilft!…und das Schönste ist – kein anderer weiß in dem Moment, wo Du gerade bist :-)))
„Tagträume sind ein unschätzbares Geschenk Ruhepausen für das Gehirn und Quellen grenzenloser Hoffnung.“ (Francis Paul Wilson)
4. Wenn Du es nicht änderst, ändert sich nichts!
Beginne Verantwortung für Dich, Deinen Körper und Deine Gedanken zu übernehmen, denn Du selbst kannst entschieden, wie gesund Du bist, was mit Dir und Deinem Leben passiert und wie Du Dich fühlst und welche Gedanken, Sorgen und Ängste Du zulässt?
Denn was Du denkst und was Du fühlst, kannst Du tatsächlich lernen zu beeinflussen.
Es ist immer die Frage, wie Du eine bestimmte Situation wahr nimmst und wie Du diese bewertest. Ich möchte Dir im folgenden ein Beispiel geben:
Eine Situation/Reiz —> löst einen Gedanke und eine Bewertung bei Dir aus —> diese Gedanken produzieren Deine Gefühle (Reiz-Reaktions-Schema)
Eine Situation negativ bewerten:
z.B. Reiz: Du hustest auf einmal morgens ziemlich kräftig (Reiz) —> Du denkst: „Sch…hoffentlich ist es nicht Corona?“ (Gedanke)—> Du bist danach nur noch schlecht drauf und fühlst Dich auf einmal krank und verunsichert. Die Angst begleitet Dich den ganzen Tag (Gefühl).
Die gleiche Situation positiv bewerten
z.B. Reiz: Du hustest auf einmal morgens ziemlich kräftig (Reiz) —> Du denkst: „Corona kann eigentlich nicht sein, denn ich habe wirklich aufgepasst“ (Gedanke)—> Kurze Zeit später gehts Dir schon besser und Du hast Deinen morgendlichen Hustenanfall schon wieder vergessen (Gefühl).
Lies an dieser Stelle auch gern meinen Blogartikel: Positive Gefühle und Gedanken – wie kannst Du Deine Gefühle beeinflussen? Denn hier gehts noch ein bisschen mehr in die Tiefe.
6. Versuche zu entschleunigen und das Tempo zu drosseln
„Wenn du es eilig hast, gehe langsam.“
Dieses Zitat von Lothar M. Seiwert ist ein Klassiker. Das japanische Originalzitat heißt übrigens: „Wenn du es eilig hast, mache einen Umweg.
Stresssituationen und täglicher Overload und die Tatsache keine Zeit für eigene Gedanken zu haben, verstärken Sorgen und Ängste.
Um dem entgegen zu wirken, wäre z.B. mit regelmäßigen Atemmeditationen zu beginnen.
Atme einfach mal ganz tief durch Deine Nase ein, halte kurz Deinen Atem und atme dann doppelt so lang durch Deinen Mund aus. Dabei achtest Du darauf, dass sich Dein Bauch hebt und senkt. Dies ist sehr effektiv, wenn man es in Stresssituationen mehrfach wiederholt…und Du wirst ganz schnell feststellen, welche Kraft diese einfache Übung hat.
Die Wissenschaft konnte mittels Kernspinttomographen sichtbar machen, dass während einer Meditation der Teil des Gehirns, der für die Verringerung der Schmerzintensität zuständig ist ,eine verstärkte Aktivität zeigt.
Dies bedeutet, dass die Entzündungsvorgänge im Körper reduziert werden, eine ausgeglichenere Emotionsregelung möglich ist und der hormonelle Stresspegel nachweislich fällt. Quelle: (Max Planck Inistitut)
Zudem bewiesen Psychologen der Harvard Universität, dass Meditation die Konzentration für alle Situationen steigert und unser Gehirn positive langfristig beeinflusst, was zufriedener macht und eine innere Balance ermöglicht
Hier gehts zur Quelle.
Beginne heute doch einfach mal mit ein paar achtsamen Momenten (gehe ganz bewusst und langsam spazieren, beobachte, wie der Dampf Deines Tees aufsteigt, beobachte die Wolken und und und oder versuche Dich an einer kurzen Atemmeditation (Eine Anleitung findest Du in meinem YouTube Video, falls Du diese noch nicht kennst.)
Ich hoffe, dass Dir diese Tipps und Impulse ein wenig helfen stärker und ausgeglichener mit dem täglichen Stress, den Ängsten und Sorgen umzugehen.
Wichtig bei all den oben genannten Punkten ist es, Deine Sorgen und Ängste nicht zu unterdrücken oder zu verdrängen. Denn aus der Forschung im Bereich der „Emotionalen Diversität“ weiß man, dass es gesünder ist, wenn man möglichst viele Emotionen und Gefühle zu lässt, nicht verdrängt, damit lernt umzugehen und diese aus einem positiven Blickwinkeln betrachtet. Angst, Stress und Sorgen sind z.B, Ur-Emotionen, die uns Menschen schon immer als Schutzmechanismen vor Gefahren bewahren. Nimm Deine Ängste und Sorgen wahr, versuche sie richtig einzuordnen.
„Die schwierigste Zeit in unserem Leben ist die beste Gelegenheit, innere Stärke zu entwickeln.“ (Dalai Lama)
Wie gehts Du am besten mit Deinen Ängsten um? Teile auch gern Deine Gedanken zu diesem Blogartikel.
Melde Dich auch gern bei mir, wenn Du Fragen hast
Alles Gute für Dich und bleib gesund !
Deine Ann-Kathrin